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Donnerstag, 09 September 2010

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von Administrator   
Das Gedächtnis

Nicht Eins, nicht Zwei, sondern Drei
Der Mensch besitzt nicht nur ein Gedächtnis, nein, eigentlich sind es drei: das...

  • Ultra-Kurzzeitgedächtnis
  • Kurzzeitgedächtnis
  • Langzeitgedächtnis
Aufnahme: Ultra-Kurzzeitgedächtnis
Am Anfang kommt das Ultra-Kurzzeit-Gedächtnis (UKG). Es nimmt Sinneseindrücke auf, bevorzugt visuelle und auditive, weshalb es auch sensorisches Gedächtnis genannt wird. Das UKG kann eine große Menge Informationen für einen Zeitraum von nur wenigen Sekunden speichern, wobei die auditiven Wahrnehmungen am längsten im Speicher verweilen. Der grösste Teil der vom UKG aufgenommenen Information wird sofort wieder gelöscht.

Selektion: Das Kurzzeitgedächtnis
Der Teil an Information, der am interessantesten erscheint und dem daher am meisten Aufmerksamkeit zuteil wurde wird  im nächsten Gedächtnis, dem Kurzzeitgedächtnis abgelegt. Die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses beträgt etwa 7 Objekte, sog. chunks. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir  eine willkürliche Folge von 5 bis 6 Ziffern oder Wörtern noch im Kurzzeitgedächtnis behalten können, beispielsweise 7 5 8 4 2, von einer Folge der Länge 11, beispielsweise 5 1 3 2 5 8 4 9 6 2 7, jedoch nur Bruchstücke. Uns sinnlos oder unwichtig erscheinende Information geht verloren. Wichtige oder interessante Information jedoch gelangt in das dritte Gedächtnis, das Langzeitgedächtnis.

Die Speicherdauer im Kurzzeitgedächtnis beträgt bei nur einmaliger Einspeicherung ca. 6 bis max. 20 Sekunden. Soll der gesamte Inhalt länger behalten werden muss er im Geiste wiederholt werden.
Man kann sich das Kurzzeitgedächtnis wie eine Art Stapel mit 7 Objekten (chunks) vorstellen. Wird ein neues, achtes Objekt auf den Stapel gelegt geht das unterste verloren. Durch Wiederholen kann verhindert werden, dass das Objekt, welches längerfristig gespeichert werden soll aus dem Stapel fällt, da es dann wieder oben auf dem Stapel abgelegt wird. Wurde das Objekt lange genug memoriert oder ist es wichtig oder interessant, dann geht es in den dritten Speicher, das Langzeitgedächtnis über.

Speicherung: Das Langzeitgedächtnis
Informationen, die einmal ins Langzeitgedächtnis gelangt sind, werden so schnell nicht mehr vergessen. Der Speicherplatz des Langzeitgedächtnisses ist nach heutigem Wissen unbegrenzt, ebenso wie die Speicherdauer. Es kann wohl sein, dass man sich nicht mehr an einmal im Langzeitgedächtnis abgelegte Inhalte erinnern kann, gleichwohl ist der Inhalt noch vorhanden; allein der Zugang zur Information ist versperrt. Wie das Gehirn arbeitet

Wie jedes Organ des menschlichen Körpers, so besteht auch das menschliche Gehirn aus Zellen.

Diese Zellen, Nervenzellen bzw. Neurone (siehe Abbildung) besitzen einen Zellkörper mit einem Zellkern (5), der das Erbmaterial enthält. Im Gegensatz zu den anderen Körperzellen können sich Nervenzellen nicht teilen. Bereits mit der Geburt ist die maximale Zahl an Nervenzellen festgelegt;  jedoch besitzen sie die Fähigkeit zur Regeneration und Organisation. Regeneration bedeutet, dass ?verkümmerte? oder wenig ?aktive? Nervenzellen durch Training wieder aktiviert werden können und  Organisation, dass sie mit anderen Nervenzellen gezielt in Kontakt treten können


Die Hauptaufgabe von Nervenzellen besteht darin, Signale weiterzuleiten und mit anderen Nervenzellen zu kommunizieren. So weiss man heute, dass eine Nervenzelle bis zu 10.000 Verbindungen zu anderen Nervenzellen unterhalten kann. Die Nervenzelle empfängt Signale von anderen Zellen über ihre zahlreichen Dendriten (1). Dendriten sind kabelartige Fortsätze, die wie Antennen funktionieren. Die über die Dendriten empfangenen Signale werden gebündelt und an das Axon (2) weitergeleitet. Zur schnelleren Leitung der Signale ist das Axon mit einer fetthaltigen Markscheide (3) ummantelt. Das Axon spaltet sich an seinem Ende in kleine Ästchen auf, die an ihren Enden Verdickungen aufweisen. Diese Verdickungen werden als Synapsen (4) bezeichnet. Die Synapsen sind nur durch einen winzigen Spalt von Dendriten anderer Nervenzellen getrennt. Das sind die eigentlichen Ort der Informationsübertragung.

Neurotransmitter
Biochemische Botenstoffe, die Neurotransmitter werden hier hergestellt und bei Bedarf, d.h. bei Ankunft eines elektrischen Impulses, freigesetzt. Die freigesetzten Neurotransmitter durchwandern den synaptischen Spalt und docken an Rezeptoren an. Neurotransmitter und Rezeptor kann man sich vorstellen wie einen Schlüssel, der genau zu einem Schloss passt und dieses öffnet. Am Rezept wird nach Andocken des Neurotransmitters wieder ein elektrisches Singal erzeugt, das weitergeleitet wird.
Auf der Erde leben mehr als 6.000.000.000 Menschen, in Worten sechs Milliarden. Diese Menschen leben verteilt auf der Erdoberfläche und sind nicht etwa isoliert, sondern kommunizieren in der Regel lebhaft untereinander. Mit den Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft mehr, mit räumlich entfernteren Menschen in der Regel weniger. Genauso verhält es sich mit den Nervenzellen. Heute geht man davon aus, dass etwa 100 Milliarden Nervenzellen ein Gehirn bevölkern.

Warum das Gedächtnis nachlässtFür das Nachlassen des Gedächtnisses gibt es mehrere Gründe. Die zwei häufigsten Ursachen für nachlassende Gedächtniskraft sind Stress und Alter. Der erstgenannte Grund kann leicht beseitigt werden. Altern ist dagegen naturgegeben und geht natürlicherweise mit einem nachlassenden Gedächtnis einher.

Drogen und Medikamente
Weitere Gedächtniskiller sind Drogen, allen voran Alkohol. Bestimmte Medikamente können ebenfalls die Erinnerungsfähigkeit beeinträchtigen. Das Gehirn besitzt eine hohe Regenerationsfähigkeit. Nach Absetzen der Drogen oder Medikamente wird das Gedächtnis in der Regel wieder besser.

Mangelernährung
Falsche Ernährung beeinflusst das Gedächtnis ebenfalls negativ. Vor allem bei anhaltender Mangelernährung, z.B. bei Alkoholikern und strengen Veganern, kann es zu dauerhaften Veränderungen im Gehirn kommen, so dass das Gedächtnis nachhaltig geschädigt bleibt. 

Psychische Erkrankungen
Auch psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen und lang anhaltende psychische Spannungszustände führen zu einer vorübergehenden Gedächtnisschwäche. Man nimmt heute an, dass Depressionen auf die gleiche Weise die Gedächtnisleistung reduzieren wie Stress.

Gedächtnis im Alter
Menschen höheren Alters klagen oft über Konzentrationsschwierigkeiten und  ein nachlassendes Gedächtnis. Sie haben vor allem Probleme beim Einprägen neuer Informationen. Die Ursachen dafür sind noch nicht gänzlich erforscht. Man nimmt heute an, dass neu aufgenommene Informationen nicht tief genug verarbeitet werden oder aber, dass alte Menschen die Fähigkeit verlieren, unbewusst Gedächtnistricks anzuwenden.

Erfahrung gewinnt an Bedeutung

Man kann dem Nachlassen des Gedächtnisses auch positive Aspekte abgewinnen. In jungen Jahren muss das Gedächtnis äußerst leistungsfähig sein. Viele Dinge sind neu und müssen erst gelernt werden. Im Laufe des Lebens kommen immer weniger neue Eindrücke hinzu. Im Alter stehen andere Aufgaben im Vordergrund. Jetzt gilt es das vorhandene Wissen und gemachte Erfahrungen zu bewerten und daraus entsprechende Verhaltensregeln abzuleiten. Wichtiges muss von Unwichtigem getrennt werden, um sich für das Richtige zu entscheiden.

Quelle: Helmut Benesch, http://www.brain-fit.com  
 
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